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High Tech mit Tradition

Die Erfolgsgeschichte

Bayern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus einer überwiegend agrarisch geprägten Region zu einem weltweit führenden Industrieland entwickelt. Heute verbindet man mit Bayern neben malerischen Landschaften insbesondre High-Tech-Produkte aus den Branchen Elektronikindustrie, Maschinenbau und Chemie. Herausragend in der Chemieindustrie ist der Südosten Bayerns. Im ChemDelta Bavaria, dem gedachten Dreieck zwischen Burghausen, Burgkirchen, Töging, Waldkraiburg und Trostberg, werden heute tausende verschiedener Produkte hergestellt.

Wasserkraft und Elektrochemie - die Gründerzeit !

Ausgangspunkt dieser inzwischen mehr als hundertjährigen Industriegeschichte der Region ist die Idee mit Hilfe von Strom aus Wasserkraft eine elektrochemische Produktion aufzubauen.

Die Region bietet dazu fast ideale Voraussetzungen. Das starke Gefälle der Alz und der Wasserreichtum des Inns in den Landkreisen Traunstein und Altötting ermöglicht die Energiegewinnung aus Wasserkraft.

Dafür nimmt man auch längere Transportwege für die Rohstoffe Kalk, Kohle, Salz und Bauxit in Kauf. So entstehen die Keimzellen der Industrialisierung Südostbayerns.

Bis heute leistet der umweltfreundliche produzierte Strom aus Wasserkraft einen unverzichtbaren Beitrag zur Energieversorgung der Unternehmen.

Geschichte von ChemDelta

Aus Ideen werden Industrien - Aufbruch in eine neue Zeit

Innerhalb weniger Jahre errichten die Vorläuferin der heutigen AlzChem AG, die Bayerische Stickstoffwerke AG Wasserkraftwerke an der Alz in Trostberg, Tacherting und Hirten die noch heute in Betrieb sind. Damit steht ab 1911 die notwendige Energie zur Herstellung von Calciumcarbid und für dessen Umwandlung zum Düngemittel Kalkstickstoff zur Verfügung.

Das vierte und leitungsstärkste Kraftwerk bei Burghausen liefert ab 1922 den Strom für die Wacker Chemie. Auch hier nutz man die Energie zur Calciumcarbid-Herstellung, allerdings um daraus Acetaldehyd, Essigsäure und Aceton zu produzieren.

Die Wasserkraft des Inns ist ab 1924 Ausgangspunkt für die Aluminium-Produktion der  Vereinigten Aluminium-Werke AG (VAW) in Töging.

Indirekt ist 1939 die Standortwahl für die Gründung eines Chemiewerkes in GENDORF bei Burgkirchen in der Wasserkraft begründet. Die damalige Anorgana GmbH benötigt  Calciumcarbid aus dem SKW-Werk Hart an der Alz für die Herstellung von Ethylenoxid und dessen Folgeprodukten.

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Zusammenbruch und Neuanfang - die Nachkriegsjahre

1945 stehen nahezu alle Standorte, die während des Zweiten Weltkriegs noch größtenteils von der Kriegsproduktion profitiert hatten still. Aufgrund alliierter Zwangsverwaltung, Produktionsverbote, Mangelwirtschaft und Demontagen muss die Produktion weitgehend einstellt werden.

Im Chemiedreieck richten die Menschen Ihren Blich nach vorne. Es herrscht Aufbruchsstimmung.

Unmittelbar nach  dem “Kriegs-shut down“  beginnt WACKER mit Forschungsarbeiten zu Silikonen. Bereits 1949 kann der erste Silan-Reaktor in Betrieb genommen werden. 1953 beginnt in Burghausen die Produktion von hochreinem Polykristallinem Silizium.

Im Mühldorfer Hart, dem späteren Waldkraiburg beginnt 1947 Friedrich Schmidt mit der Produktion von Gummimischungen unter dem Namen „Kraiburg“.

Nachdem noch 1950 Teile der Töginger Hütte demontiert wurden gehört die VAW bereits Mitte der 60-ger Jahre zu den größten Aluminiumproduzenten in Deutschland.

1955 übernimmt die  Hoechst AG nach Demontage und alliierter Kontrolle das Werk und prägt in der Folge für über 30 Jahre dessen Entwicklung.

Luftbild OMV Alte Aufnahme Chemiewerk

Vom Calciumcarbid zum Ethylen – der Weg in die Petrochemie

Mitte der 60er Jahre beginnt die Petrochemie im Raum Burghausen zunehmend an Bedeutung zu nehmen. Das hat eine drastische Veränderung der Werke im Burghauser Raum zur Folge. Calciumcarbid wird künftig als Basisrohstoff nicht mehr benötigt. Das Ende einer Ära.

1969 nimmt die Deutsche Marathon Petroleum GmbH, heute OMV die erste deutsche, rein petrochemische Raffinerie in Betrieb und versorgt WACKER und das Werk HOECHST GENDORF mit Ethylen und Acetylen . Das in der Raffinerie benötigte schwefelarme Rohöl wird über die TAL, eine transalpine Pipeline von Triest Bayern befördert und vom Tanklager Steinhöring mit einer 60 km langen Versorgungsleitung nach Burghausen verpumpt.

Als Basis für den Dünger Kalkstickstoff und für die daraus abgeleitete NCN-Chemie spielt es allerdings auch heute noch eine entscheidende Rolle, denn das Stickstoff-Kohlenstoff-Stickstoff-Gerüst ist auch heute die Basis einer ganzen Palette von Produkten der AlzChem AG.

Geschichte ChemDelta

Standorte im Wandel – von der Kriegsproduktion zum Industriepark

Zu militärischen Zwecken 1939 gegründet, nach dem Krieg demontiert, von der Hoechst AG übernommen und schließlich zum Industriepark umgewandelt. Die Geschichte des Chemieparks GENDORF  ist beispielhaft für die Geschichte vieler Industriestandorte, die geprägt sind von  zahlreichen Umbrüchen.

Heute ist der Chemiepark GENDORF der größte Chemiepark Bayerns.

 

Das Südostbayerische Chemiedreieck - eine Industrieregion wächst zusammen

Mit der Versorgung von WACKER und das Werk Hoechst GENDORF mit Ethylen und Acetylen durch die Deutsche Marathon Petroleum GmbH beginnt die zunehmende Vernetzung der Standorte untereinander.

Heute sind der Chemiepark GENDORF, die OMV Deutschland, Borealis und WACKER  über eine Vielzahl Rohstoffe und Produktleitungen eng miteinander vernetzt.

Beispielsweise versorgt die  Vinnolit GENDORF den Vinnolit- Standort Burghausen mit Vinylchlorid. Die Linde AG liefert Wasserstoff an OMV, Borealis und WACKER und die AlzChem-Werke Hart, Schalchen und Trostberg betreiben ein Kohlenmonoxid-Verbundsystem.

 

Gemeinsam erreichen wir mehr

Der nationale und internationalen Wettbewerbsdruck  stellt auch die Chemiestandorte im ChemDelta Bavaria immer wieder vor neue Herausforderungen.

Die Unternehmen der Chemischen Industrie in der Region erkennen schnell, dass  die  Vertretung gemeinsamer Interessen nur gemeinsam erfolgreich sein kann und gründen  zusammen mit den Bayerischen Chemieverbänden 2008 die Initiative ChemDelta Bavaria.

Durch die Bündelung der Interessen der einzelnen Unternehmen und Standorte soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region behauptet und ausgebaut und  die wirtschaftliche Zukunft der Menschen nachhaltig gesichert und gestaltet werden.

Seit 2008 biete die Gemeinschaftsinitiative ChemDelta Bavaria den Unternehmen die „Plattform“ dazu.

Beispiele für den erfolgreichen Einsatz bei Politik und Öffentlichkeit ist die Fertigstellung der A94 nach München, das Umschlag – und Container Terminal bei Burghausen und der Anschluss an den europäischen Ethylen-Verbund durch den Bau der  EPS (Ethylen- Pipeline-Süd)