Pressemitteilungen

Stellungnahme Schließung Dyneon

23.01.2023 | Gendorf

ChemDelta Bavaria sieht infolge der 3M-Ankündigung, den eigenen PFAS-Ausstieg nicht über einen Verkauf von Dyneon zu erreichen, sondern vielmehr den Betrieb komplett einzustellen, große Risiken für die Region wie auch für den Industriestandort Deutschland und Europa insgesamt.

Das Schließungsszenario gefährdet im Chemiepark Gendorf, über die jetzt direkt betroffenen Arbeitsplätze von Dyneon hinaus, weitere Stellen – schließlich zeichnen den Standort, wie auch das Chemiedreieck insgesamt ein ausgefeiltes Verbundsystem aus. Eingriffe in dieses sensible System bergen immer auch Risiken für die Verbundpartner, sei es in Form von Versorgungsausfällen oder aber durch Kostensteigerungen infolge von Kostenprogressionen bzw. der Übernahme bestehender Fixkosten. Damit könnte sich – zusätzlich zu den bereits hohen Energiekosten und weiteren Standortnachteilen – die Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter verschlechtern, so dass diese unter Umständen einen Kipppunkt erreicht.

Über die Region hinaus droht der deutschen und europäischen Industrie mit dem Ausfall des größten Produzenten von Fluorpolymeren eine kritische Abhängigkeit von den verbleibenden asiatischen und US-amerikanischen Produzenten. Dabei stellen Kunststoffe auf Basis von Fluorpolymeren für die moderne Industriegesellschaft erfolgskritische Komponenten dar, etwa in Anwendungen zur E-Mobilität (Batterie), in der Energieerzeugung (Brennstoffzelle, Wasserstoff-Elektrolyseure, Windkraft), bei der Fertigung von Chips und Hochleistungselektronik, dem Chemieanlagenbau sowie der Umwelttechnologie, der Luft- und Raumfahrt, der Medizin, der Lebensmittelherstellung und der Wehrtechnik. Wegen der besonderen Eigenschaften dieser Verbindungen ist ihr Einsatz bisher meist alternativlos. Die im asiatischen Raum produzierten Fluorpolymere sind häufig mit hohen Umweltbelastungen verknüpft. Dank modernster Technologie, wie sie in Gendorf zum Einsatz kommt, können Fluorpolymere heutzutage weitgehend umweltverträglich produziert werden. Diese in Gendorf entwickelten Verfahren werden auch an andere Fluorpolymerhersteller lizensiert und stetig weiterentwickelt. Auf dem Weg zu einer nahezu abwasserfreien und nachhaltigen Produktion mit niedrigstmöglichen PFAS-Emissionen ist der Produktionsstandort in Gendorf weltweit führend.

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